2004-07-10

Norway

Sobald man erstmal weg von den Haupteinfallsstrassen ist, ist Bergen ganz nett. Eine Stadt von mehr als 200.000 eingeklemmt in die steilen Fjorde. Ich schlender ne Weile durch die Strassen und ueber den weltberuehmten alten Fischmarkt. Das Flair ist sehr international, die Preise sind in Norwegischen Kronen, Euro und US Dollar ausgeschrieben. Man hoert mehr englische Akzente und und Gestotter als Norwegisch.

Was mich aber so richtig interessiert ist nicht die Stadt sondern die Segelschiffe im Hafen. Die groesste Dreimastbark der Welt liegt vor Anker, viele kleine Segelschiffe und ein morderner, grosser Zweimaster. Vor diesem verbringe ich meine Wartezeit auf die Faehre und schaue barfuessigen Seeleuten zu, wie sie das Schiff auf Hochglanz polieren und reparieren. Einmal mit so einem Ding in See stechen...

Ein Motorradfahrer spricht mich an. Er hat den Artikel in der Zeitung ueber mich gelesen. Wohl fast ne Seite mit Foto. Hatte ich total vergessen - mir haette ja auch ruhig mal einfallen koennen selbst ne Zeitung zu kaufen wenn ich schonmal drin bin. Naja.

Die Ueberfahrt dauert mehr als 23 Stunden, da es zunaechst noch suedwaerts an Norwegens Kueste entlang geht weitere Passagiere einsammeln. Ich war geizig, habe keine Kabine - und dafuer den besten Platz auf dem ganzen Schiff! Es gibt ~200 Liegesitze, 15m ueber dem Wasser auf dem obersten (dem siebten) Deck, mit grossen Aussichtsfenstern nach vorne unmittelbar unter der Bruecke. Den Raum teile ich mir mit gerade mal 5 weiteren Personen, und so dauert es nicht lange, bis jeder von uns sich nen Haufen Decken von den Stuehlen gesammelt und ein gemuetliches Nest gebaut hat. Im Bordkino seh ich mir "The day after tomorrow" an. Voellig banales 08/15 Hollywood Machwerk, bis ins Detail vorhersagbar wie ein Uhrwerk. Bin nur reingegangen, weil ich ein Fan von Endzeitszenarien bin und es an Bord sonst nicht viel zu tun gibt. Wenigstens meckert Emmerich die Umweltprobleme an und ist damit wesentlich lauter als ich - vielleicht hilfts ja. Der Film wurde mit nem Beamer gezeigt und der Scrolltext, der die oeffentliche Vorfuehrung untersagt, schnell ueberspult - LOL. Obwohl der Kahn, die MS Jupiter, diesmal mehr als 20.000 Bruttoregistertonnen auf die Waage bringt, ist der Seegang deutlich spuerbar und manches mal sieht man unsicher taumelnde Leute.

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