2004-06-26

Norway

Happy birthday BigT! Wollte ja eigentlich den Poststempel von heute bekommen, aber so wies aussieht stehen die Aktien schlecht dafuer.

Regnet die ganze Nacht und nieselt den ganzen Tag. Ich maloch mich eine Steigung hoch und vom markierten Aussichtspunkt aus kann ich ca 20m weit in die Wolken gucken. Ueber einen Fluss trainieren norwegische Pfadfinder ab- und ueberseilen. Die Teilnehmer sind 7-10Jahre alt.

In einer Bushaltestelle macht ein aelteres Radfahrerpaerchen aus den Niederlanden Rast. Sie laden mich auf Schnitten mit selbstgemachter Marmelade ein (much appreciated! Ich hab kein Geld mehr, der naechste Automat ist noch ewig weit weg und die Geschaefte am Samstag eh schon alle geschlossen) und wir unterhalten uns nett fuern Stuendchen.

Merke: Bei Serpentinenabfahrten die Geschwindigkeitsbegrenzung fuer Autos hoechstens um 20km/h ueberschreiten, auf nasser Strasse 10km/h. Sonst schleifen die lowrider Taschen auf der Strasse und man ragt mit dem Oberkoerper in die Gegenfahrbahn.

Vom Tal aus kann ich zugucken, wie sich Nebelschwaden langsam die Felsen herunterschieben, sieht geil aus und erinnert mich an diesen Verhuellungskuenstler. Ich fahr ueber eine riesige Haengebruecke (die erste, fuer die die Norweger von Motoristen Geld verlangen). Das besondere ist, dass sie nicht wie erwartet ueber den Fjord fuehrt, sondern mitten drin im Wasser endet - bzw auf einem Deich, der rechtwinklig abknickt. Sehr abgefahren das.

Neben der Strasse steht ein Elch auf der Wiese und rennt los, als er mich kommen sieht - vor mir her auf der Strasse. Ich halte mit einer Hand die Kamera, mit der anderen meinen Papierkram, der aus der Lenkertasche wegzufliegen droht, lenke mit den Ellbogen und verfolge das Vieh. Leider komme ich nicht auf die Idee ein Video zu machen und so gelingen nur ein paar wakelige Schnappschuesse. Schade drum, ich haette gerne diesen Sumpflaeufer Gang der Elche eingefangen - der sieht zu albern aus. Der Kollege konnte uebrigens 34km/h rennen ohne sich grossartig anzustrengen - im Gegensatz zu mir. Die Verfolgung endet nach ca300m, als das Tier in die Garageneinfahrt eines Hauses entkommt.

Ein Freund der Familie in Canada hat uns in seinem Auto mal mit auf nen Huegel genommen und eine Geschichte von magnetischen Bergen erzaehlt. Dann an einer Steigung angehalten, Motor aus, Gang raus, und das Auto rollte bergauf. War natuerlich ne optische Taeuschung. Hier ist es aehnlich nur andersherum: es scheint bergab zu gehen, ich gewinne aber dauernd an Hoehe.

Die Tueren der Plumsklos funktionieren invers zu normalen Tueren: stehen sie offen ist jemand drin, sind sie geschlossen ist es frei. Grund: es gibt kein Licht und wenn man sehen will, wo man hinkackt muss die Tuer offenstehen ;-) Irgenwie ist hier alles invers - ich fahre ueber eine Kette von kleinen miteinander verbundenen Inseln. Sie sind von freilaufenden Schafen und Rindern komplett kahlgefressen - bis auf die eingezaeunten Weiden. Meine zweite Faehrueberfahrt des Tages verpasse ich und damit auch das letzte Schiff. Ich campe also direkt am Anleger.

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