2004-08-14

Ireland

(Volker:)

Heute nacht fahren einige Autos und viele Leute durchkaemmen mit sehr hellen Lampen die Berghaenge. Immer wieder blitzt es dadurch im Zelt hell auf. Da sind wir doch in einem fast gottverlassenen Tal und dennoch ist nachts so ein Radau. Keine Ahnung, was die gesucht haben. Vermutlich eine Rettungsaktion oder Uebung dazu. Am Morgen lassen wir die Raeder stehen und machen uns zu Fuss auf den Weg zum Carrauntoohill. Wir folgen einem vielversprechenden Wanderweg. Doch der bringt uns nur ins naechste Tal. Von da gehen wir ohne Weg bergauf. Sogar an den Haengen ist fast das ganze Gras sumpfig. Oben wandern wir entlang des Grades bergauf. An den meisten Stellen weht ein kraeftiger Wind. Wenige Meter weiter ist manchmal bereits Windstille. Unklar, ob wir den angestrebten Gipfel ohne weitere Ausruestung erklimmen koennen und ob die Richtung stimmt, treffen wir drei Wanderer. Noch etwa eine Viertelstunde geradeaus sei er zu erreichen. Zwischendurch faellt das Gebirge zu beiden Seiten recht steil ab. Zum Schluss wird es sehr steinig. Am Gipfel treffen wir zwei andere Wanderer und schiessen Fotos fuereinander. Soeren findet es hier "total geil". Mich stoert der Regen und der Wind. Mir ist kalt. Man braucht hier doch tatsaechlich Handschuhe. Seit wir auf dem Bergruecken sind betraegt die Sicht leider etwa 50m. Immerhin haben wir es geschafft. Nach mehr als 6 Stunden sind wir auf dem hoechsten Punkt von Irland (1039m).

Zum Abstieg folgen wir einem steinigen Pfad, von dem wir glauben, er fuehrt in Richtung unserer Raeder. Steinhaufen markieren ihn in Geroell und Matsch. Bei einem wissen wir nicht, wo es weitergehen soll. Vor uns liegt ein felsiger Gipfel und zu beiden Seiten geht es steil bergab. Wir muessen etwas nach rechts. Also versuchen wir es. Das Gras ist rutschig und Steine geben nach. Geroell, fast so fein wie Sand, haelt am besten. Vorsichtig steigen wir ab. Groesstenteils durch felsige Graeben, die der Regen ausgewaschen hat. Wir hatten kein Mittagessen, nur zwei Riegel. Mir wird allmaehlich schwindelig. Also gibt es den dritten. Gegen 2000 Uhr sind wir endlich bei unseren Raedern.

Na dann los! Denkste! Eine vermeintliche Abkuerzung endet auf einer Wiese und wir muessen durch den Schlamm die Raeder wieder hochschieben. Gerade wieder auf das Fahrrad gestiegen kommt eine Wegstelle mit bis zu 20cm grossen Kieselsteinen. Es rumpelt und ich frage mich, ob de Laufraeder das aushalten. Genau! Danach ist mein Vorderrad platt (Anm Soeren: wer sich wundert was grosse Kieselsteine mit Platten zu tun haben - Volker hatte wenig Druck auf dem Reifen und sich einen Felgendurchschlag oder "Snakebite" geholt). Wir wechseln meinen Schlauch und es faengt natuerlich wieder an zu regnen. Mein Tacho gibt den Geist auf. Wohl Batterien leer. Jetzt sind alle meine Daten futsch. Im Dunkeln finden Kilometer weiter ein Hostel. Es ist 2200Uhr mittlerweile, aber jetzt haben wir endlich Nahrung und Schlafgelegenheit.

Next Entry